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Senioren-Check beim Hund in der Tierarztpraxis

Senior-Check für Hunde

01. Juni 2026

Senior-Check für Hunde

Wenn Ihr Hund langsam das Senioren-Alter erreicht - bei kleineren und mittelgroßen Rassen sind das 6 bis 7 Jahre, bei großen Rassen bereits 5 Jahre - ist es an der Zeit, die jährliche Gesundheitsuntersuchung etwas auszuweiten. Denn ab diesem Alter beginnen erste altersbedingte Veränderungen, die man regelmäßig beobachten sollte. So können altersbedingte Probleme verhindert oder hinauszögert werden und Sie schaffen die besten Voraussetzungen für ein langes, gesundes und aktives Leben Ihres Hundes.

Wie läuft ein Senioren-Check ab?

Die Untersuchung beginnt mit einem Gespräch über den allgemeinen Zustand des Hundes. Ist er bewegungsfreudig? Wie ist sein Appetit? Sind Trink- und Urinverhalten normal? Wie ist seine Stimmung? Gab es in letzter Zeit irgendwelche Veränderungen?

Im Anschluss wird eine gründliche, klinische Untersuchung durchgeführt, und der Tierarzt achtet besonders auf Erkrankungen, die bekanntermaßen mit dem Alter einhergehen:

Der Brustkorb wird abgehört, um festzustellen, ob das Herz ohne Herzgeräusche oder Rhythmusstörungen regelmäßig schlägt und die Atemgeräusche unauffällig sind.

Mit einem Otoskop schaut der Tierarzt in die Ohren des Hundes, um festzustellen, ob es Anzeichen für eine Ohrenentzündung gibt. Bei manchen alten Hunden kann es zu einem Hörverlust kommen - leider kann man dem nicht abhelfen, aber in der Regel kommen die Hunde damit sehr gut zurecht.

Dann werden die Augen untersucht. Bei älteren Hunden können sich auf den Augen graue Stellen entwickeln. Dabei handelt es sich um eine altersbedingte Linsentrübung, die das Sehvermögen des Hundes nur selten beeinträchtigt. Die Augen sollten nicht trocken und gereizt erscheinen, und es sollten keine kleinen Beulen an den Rändern der Augenlider zu sehen sein.

Der Tierarzt wird fragen, ob es Anzeichen von Juckreiz gibt, und die Haut auf Rötungen, Ekzeme und Pickel untersuchen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass mit zunehmendem Alter kleine Beulen oder Warzen auf der Haut entstehen. Sie haben selten eine Bedeutung und werden nur dann entfernt, wenn sie sich an Stellen befinden, an denen sie den Hund stören. Allerdings gibt es auch Hautveränderungen, die eine weitere Untersuchung erfordern, da sie unter Umständen bösartig sein können. Dafür entnimmt der Tierarzt einige Zellen mit einer feinen Nadel (die meisten Tiere tolerieren dies sehr gut) und betrachtet diese unter dem Mikroskop.

Außerdem werden Haut und Fell auf Anzeichen auf einen Parasitenbefall untersucht. Sollten die Krallen zu lang geworden sein, weil sie sich durch einen reduzierten Bewegungsumfang weniger abnutzen, werden sie gekürzt. Auch die Analdrüsen werden untersucht und bei Bedarf entleert.

Da bei weitem nicht alle Hundehalter regelmäßig in das Maul ihres Hundes schauen, kontrolliert der Tierarzt auch die Gesundheit der Zähne sehr gründlich. Kleine Rassen leiden am häufigsten unter Zahnproblemen wie Zahnstein und Zahnfleischentzündungen. Dadurch entsteht ein unangenehmer Maulgeruch und die betroffenen Zähne bereiten dem Hund Schmerzen, werden locker und fallen letztlich aus. Eine rechtzeitige Behandlung ist daher sehr wichtig. Wenn eine Zahnreinigung oder eine andere zahnärztliche Behandlung erforderlich ist, wird dafür in der Regel ein neuer Termin vereinbart, da die Behandlung unter Vollnarkose durchgeführt werden muss.

Bei jeder Seniorenuntersuchung wird der Hund außerdem gewogen, das Gewicht wird notiert und mit dem vorherigen Gewicht verglichen.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Muskelmasse ab und der Stoffwechsel verändert sich. Dies bedeutet, dass weniger Kalorien benötigt werden. Wenn der Hund so gefüttert wird wie in jüngeren Jahren, kann er schnell übergewichtig werden, mit allen bekannten Folgen, nicht zuletzt einer kürzeren Lebenserwartung.

Da eine Gewichtsreduktion weder für den Hund noch für den Tierhalter einfach ist, tun Sie sich und dem Hund einen großen Gefallen, wenn Sie Übergewicht von vornherein verhindern. Es wird empfohlen, auf ein gutes Seniorenfutter umzusteigen, das speziell für ältere Hunde entwickelt wurde. Diese Futtermittel sind an die Bedürfnisse eines älteren Hundes angepasst und haben einen reduzierten Kaloriengehalt.

Wiegen Sie Ihren Hund regelmäßig und notieren sein Gewicht. Ihre Tierarztpraxis unterstützt Sie gerne dabei. Natürlich kann auch eine Gewichtsabnahme ein Anzeichen dafür sein, dass etwas nicht stimmt.

Bei Hunden mit einem Gewicht von 25-30 kg und mehr sind Gelenkprobleme und Arthrose die größten Herausforderungen des Alterns. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen diesen Problemen und Fettleibigkeit. Das Einhalten des Normalgewichts lohnt sich also auch, um Ihren Hund bis ins hohe Alter beweglich zu halten. Eventuell können auch bestimmte Nahrungsergänzungsmittel dazu beitragen, dass der Einsatz von Schmerzmittel lange hinausgezögert wird. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Tierarzt beraten.

Bei kleinen Rassen sind die Zeichen von Arthrose nicht so schnell sichtbar wir bei ihren größeren Kollegen, aber auch sie können betroffen sein. Häufig macht sich dies durch eine Verlangsamung bei allen Bewegungen bemerkbar. Auch hier kann eine Diät helfen, das Voranschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

Nachdem der Tierarzt alles untersucht hat, was man von außen sehen und tasten kann, wird er/sie möglicherweise einen Bluttest empfehlen – entweder, um ein vollständigeres Bild des allgemeinen Gesundheitszustands zu erhalten oder, um einem Verdacht nachzugehen, der sich im ersten Teil der Untersuchung ergeben hat. Je nachdem, was die klinische Untersuchung und der Bluttest ergeben, können weitere Bluttests, Röntgenaufnahmen, Urintests usw. erforderlich sein.

Besonderes Augenmerk gilt bei der Untersuchung von Hundesenioren der Nierenfunktion. Wenn ein Hund mehr trinkt und uriniert als normal, kann es sein, dass die Nieren nicht mehr so gut arbeiten wie früher. Dies kommt mit zunehmendem Alter häufiger vor. Eine frühzeitige Diagnose ist besonders wichtig, da die richtige Ernährung mit den richtigen Inhaltsstoffen dazu beitragen kann, dass der Hund länger lebt als ohne diese Ernährungsumstellung. Eine eingeschränkte Nierenfunktion kann nur durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden.

Es gibt eine Reihe von weiteren Erkrankungen, die vor allem in der letzten Lebenshälfte eines Hundes auftreten. Dazu gehören Stoffwechselkrankheiten, wie das Cushing-Syndrom, und Stoffwechselstörungen, wie z.B. Diabetes. Sie werden auch durch Bluttests und verschiedene weiterführende Untersuchungen festgestellt.

Viele Erkrankungen, die bei älteren Tieren gehäuft auftreten, betreffen die Geschlechtsorgane. Nicht sterilisierte Hündinnen sind besonders anfällig für Hormonstörungen und daraus resultierende Gebärmutterentzündungen. Außerdem ist das Risiko für Brustdrüsentumore erhöht. Bei älteren, unkastrierten Rüden kann es zu Problemen mit der Prostata kommen.

Ähnlich wie bei uns Menschen kann es bei älteren Hunden auch zu einem Auftreten von Demenz kommen. Dies kann sich in allgemeiner Verwirrung, Unsauberkeit, Bellen, verändertem Verhalten,

der Tendenz, die Nacht zum Tag zu machen, usw. äußern. Leider kann man, genau wie bei den Menschen, nichts dagegen tun, und man muss versuchen, den Alltag gemeinsam zu meistern.

Zum Schluss der Untersuchung blickt der Tierarzt noch in den Impfausweis und kontrolliert den Impfschutz. Bei Hunden, die ins Ausland reisen oder in einer Hundepension untergebracht werden sollen, können spezielle Impfungen empfehlenswert sein. Hierzu berät Sie Ihr Tierarzt.

Der Seniorencheck sollte einmal jährlich durchgeführt werden.

Sprechen Sie unser Team hierzu gerne an !